Das Neue Rathaus am Münchner Marienplatz wurde zwischen 1867 und 1909 im Neugotischen Stil erbaut. Der Komplex aus Back- und Muschelkalkhaustein ist heute der Hauptsitz des Münchner Oberbürgermeister, des Stadtrates und der Stadtverwaltung und löste das Alte Rathaus schräg gegenüber ab. Der Keller des Rathauses ist fast komplett als Gaststätte ausgebaut – dem Ratskeller.
Der Bau des Neuen Rathauses mit seinen sechs Innenhöfen erfolgte in mehreren Bauabschnitten. Das Grundstück des Neuen Rathauses ist 9159 Quadratmeter groß, wovon 7117 Quadratmeter überbaut sind. Die knapp 100 Meter lange, reich verzierte, Fassade nimmt die komplette Nordseite des Marienplatzes ein. Im Gegensatz zu den königlichen Bauten in München setzt das Neue Rathaus einen eigenständigen architektonischen Akzent. Der neugotische Stil des 400 Zimmer zählenden Rathauses erinnert an die Hochblüte des Bürgertums während der Gotik.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Neue Rathaus nur leicht beschädigt und nach dem Krieg umgebaut. Erst vor wenigen Jahren wurde der Bau generalsaniert und Details rekonstruiert, zum Beispiel das neugotische Ziergeschmiede als Krönung auf dem Dach. Höchster Punkt des Neuen Rathauses ist der 85 m hohe Turm mit dem Münchner Kindl an der Spitze.
Der Rathausturm beherbergt seit 1908 das fünftgrößte Glockenspiel Europas. Die 43 Glocken der mechanischen Uhr spielen nacheinander vier verschiedene, im Lauf des Jahres wechselnde, Melodien. Hierzu stellen 32 Figuren den Schäfflertanz und ein Ritterturnier bei der Hochzeit des bayerischen Herzogs Wilhelm V. mit Renata von Lothringen im Jahre 1568 dar. Im Erker des siebten Turmgeschosses erscheinen der Münchner Nachtwächter, der sein Horn bläst, sowie ein Engel, der das Münchner Kindl segnet.
Ihr Weg zum Neuen Rathaus