Altstadt-Lehel

Der Stadtbezirk 1 Altstadt-Lehel umfasst die Altstadt, wie sich auch vom Münchner Altstadtring umgrenzt ist, und das nordöstlich der Altstadt von München gelegene Lehel bis zur Isar. Im Norden markieren der Englische Garten und die Prinzregentenstraße die Grenzen des Lehel.

Die ursprüngliche Münchner Altstadt teilt sich in die vier Stadtviertel unterschiedlicher Charaktere auf.

  • Das Kreuzviertel im Nordwesten, ein ehemaliges Zentrum der Geistlichkeit mit einer besonders hohen Kloster- und Kirchendichte wurde erstmals am 29. Dezember des Jahres 1458 erwähnt. Eingegrenzt wird das Münchner Kreuzviertel durch die Kaufingerstraße/Neuhauser Straße im Süden und östlich durch die Weinstraße und Theatinerstraße.
  • Das Graggenauer Viertel oder kurz auch Graggenauviertel genannt liegt im Nordosten der Münchner Altstadt und war wegen seiner Nähe zum Alten Hof die bevorzugte Wohnlage des Adels. Die erste urkundlich Erwähnung, des im Süden an das Tal grenzende, Grauggenauviertels war ebenfalls am 29. Dezember 1458.
  • Erstmals in den Büchern der Geschichte taucht am 15. September 1508 das Angerviertel im Südosten der Münchner Altstadt auf. Seine Grenzen werden im Norden durch das Tal und im Westen durch die Sendlinger Straße beschrieben. Das Angerviertel war vorwiegend von Händlern und Kaufleuten bewohnt.
  • Durch die Kaufingerstraße/Neuhauser Straße im Norden und die Sendlinger Straße im Süden grenzt sich das Hackenviertel ab. Das Viertel im Südwesten der Münchner Altstadt war wie auch das Angerviertel vorwiegend von Händlern bewohnt. Diesem Umstand verdankt es häufig auch die Bezeichnung Kramerviertel (Krämer = Kaufleute). Am Altenheimer Eck lag ursprünglich das Dorf Altenheim, das um 1285 durch Einbezug in die Münchner Stadtbefestigung eingemeindet wurde.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Münchner Altstadt und ihre historischen Bauten stark zerstört. Die meisten das Stadtbild bestimmenden Großbauten wie Kirchen, die Residenz, das Nationaltheater München sowie das Alte Rathaus und Neue Rathaus konnten jedoch erhalten bleibe. Auch in den 1960er Jahren war der Bau des ersten Altstadtrings mit schweren Eingriffen in die historische Bausubstanz verbunden.

Das heute sehr beliebte und hochpreisige Wohnviertel Lehel war Anfang des 14. Jahrhunderts ein von vielen Bächen durchzogener Auenwald. Viele Arme, die nicht in der Stadt leben durften, nutzten zu Zeiten von Ludwig IV. dieses Gebiet außerhalb der Münchner Stadtbefestigung. Auch noch Mitte des 19. Jahrhunderts lebten im Lehel vorwiegend Tagelöhner und Wäscher. Das Lehel ist Münchens älteste Vorstadt und wurde 1724 eingemeindet. Bei der großen Stadterweiterung 1812 wurde es in Analogie zu den anderen Münchner Vorstädten offiziell in Sankt-Anna-Vorstadt umbenannt.